Schon oft bin ich an den drei Buntstiften in der Helenenstraße vorbeigefahren. Das Überbleibsel der Kunstleitpfosten von der Landesgartenschau 2014 stimmt mich immer fröhlich. Eine ganze Wand davon stand jahrelang an der Einfahrt zur Marschallstraße.

Genauso fröhlich ist auch der Inhaber des Ateliers. In seiner Wohnung in Rodheim ist es eher laut, aber im Atelier, das in seinem ehemaligen Elternhaus entstand, nachdem die Wand zwischen Ziegenstall und Vaters Werkstatt eingerissen wurde und die Wände einen neuen Anstrich erhielten, da fühlt er sich sehr wohl. Den Vater hat er allerdings nie kennengelernt. Er starb noch in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges.

Jürgen Crombach malt, seit er drei Jahre war. Der spätere Beruf hatte aber erst mal gar nichts mit seiner Neigung zu tun. Er machte eine kaufmännische Ausbildng bei der Firma Schunk. Nach 20 Jahren, als der Leiter der Werbeabteilung in Rente ging, bewarb sich Jürgen Crombach auf diese Stelle und wurde genommen. Die Firma finanzierte ihm sogar ein Fernstudium „Werbegrafik und Design“. Er hat dann 25 Jahre bis zur eigenen Rente weltweit mit seinen Entwürfen überzeugt*). Weitere Informationen kann man dem Lebenslauf entnehmen, der im Atelier hängt.

Trotz der Mittagszeit herrschte zeitweilig großer Andrang im Atelier. Unter den Besuchern waren viele Bekannte von Jürgen Crombach.

Das im Beitragsfoto gezeigte Aquarell schmückt nun mit zwei weiteren einige Räume in meiner Nachbarschaft.
An den zwei Öffnungstagen konnten 2000€ an Spenden eingenommen werden. Sie wurden bereits zu gleichen Teilen an die Sozialstation und den Hospizverein in Gießen überwiesen.

*) Schunk Group, Schunk SE &Co Kg und Partner-Unternehmen sind in 75 Ländern vertreten.

Fotos Eveline Renell, Alfons Lindemann

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