{"id":622,"date":"2020-10-13T09:03:19","date_gmt":"2020-10-13T09:03:19","guid":{"rendered":"http:\/\/fellingshausen.bibibo.info\/?p=622"},"modified":"2024-01-16T17:28:38","modified_gmt":"2024-01-16T15:28:38","slug":"rede-zum-volkstrauertag-2019-fellingshausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fellingshausen.bibibo.info\/?p=622","title":{"rendered":"Rede zum Volkstrauertag 2019 \u2013 Fellingshausen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/geschichte.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20191125_154223-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-880\"\/><figcaption>Foto: Lindemann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich begr\u00fc\u00dfe Sie zu unserer Gedenkfeier.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ortsvorsteher&nbsp;<em>Dieter Synowszik&nbsp;<\/em>l\u00e4sst Ihnen Gr\u00fc\u00dfe auszurichten. Wieder hat er mich als sein Stellvertreter gebeten, die&nbsp;<strong>Rede zum Volkstrauertag<\/strong>&nbsp;zu halten und der&nbsp;<strong>Kriegsopfer zweier Weltkriege&nbsp;<\/strong>zu gedenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein solcher Gedenktag ist jedoch viel mehr \u2026<br>und heute umso wichtiger, da es manche Menschen bei uns inzwischen wieder f\u00fcr tragbar,<br>ja w\u00fcnschenswert, halten, dass die W\u00fcrde des Menschen teilbar sei:<br>dass dieses Grundrecht f\u00fcr Juden, Muslime, Sinti, Roma, Schwule, Lesben, usw., die man als anders definiert, nicht gelten soll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zukunftsangst<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Un\u00fcberschaubarkeit der Situation<\/strong>&nbsp;durch Klimawandel, \u00dcberbev\u00f6lkerung, Globalisierung und zunehmender Egoismus sind \u00e4u\u00dfere Erkl\u00e4rungen.<br>Doch das allein kann es nicht sein.<br>Denn aktuell sind die&nbsp;<strong>Spaltung<\/strong>&nbsp;<strong>von Gesellschaften&nbsp;<\/strong>und<strong>&nbsp;Populismus,&nbsp;<\/strong>also von eigenen N\u00fctzlichkeitserw\u00e4gungen gepr\u00e4gte, demagogische und&nbsp;<strong>nationalistische Politik<\/strong>&nbsp;ein weltweit zu beobachtendes Ph\u00e4nomen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Psychologe vermute ich aufgrund von beschriebenen Befunden und Biographien sehr stark, dass&nbsp;<strong>diese Reaktion inneren Beweggr\u00fcnden folgt, die in den Lebensgeschichten von Menschen begr\u00fcndet liegen.<\/strong><br>Dazu sp\u00e4ter einige Beispiele \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Hass, Rassismus, Populismus, anti-demkratische, anti-freiheitliche und anti-gleichberechtigungs-Gedanken, Radikalit\u00e4t und Terror werden in unseren Alltag in erschreckendem Ma\u00dfe wieder salonf\u00e4hig.<br>Angst und katastrophische Erwartungen dominieren das Denken weiter Teile der Bev\u00f6lkerung und der Berichterstattungen in den Medien.<br>Zwar pflegten nach dem 2. Weltkrieg in der BRD, wie Studien belegen, durchgehend \u2013 quer durch alle Parteien \u2013 immer 20-30 % eine braune Gesinnung \u2026 und in der DDR wurde die Nazi-Zeit \u00fcberhaupt nicht aufgearbeitet. \u2026 Stattdessen wurde ein autorit\u00e4res Regime unter neuer Flagge fortgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Neo-Nazis waren lange offiziell eine verp\u00f6nte Splittergruppe. Heute traut man sich \u2013 lange und strategisch gut vorbereitet \u2013 wieder, sich \u00f6ffentlich zu zeigen und derartiges Gedankengut \u2013 die Geschichte verleugnend \u2013 f\u00fcr Sinnvoll zu halten.<br>Die Auswirkungen erleben wir gerade und nach 2015 verst\u00e4rkt, ohne dass sich die Menschen an der Demagogie, der Verf\u00fchrung und dem manipulativen Vorgehen st\u00f6ren.<br>Sprachanalysen von AfD-Reden zeigen; wie die Redner ihr Publikum erst als Verlierer beschimpfen und abwerten, um dann als Retter aufzutreten.<br>Dabei ist den meisten nicht bewusst, dass hier Erinnerungen an eigene Verletzungen aus fr\u00fcheren Zeiten der Kindheit, wie auch kollektive Wunden aus der Geschichte benutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heute wissen wir, dass der Faschismus zentral keine Ideologie ist, sondern eine zerst\u00f6rerische Art und Weise, eine Realit\u00e4t herzustellen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor wenigen Tagen kam im Gie\u00dfener Psychosozialverlag ein Buch der Kinderpsychoanalytikerin&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anne-Lise_Stern\">Anne-Lise Stern<\/a>&nbsp;<\/em>heraus, die die Deportation nach Auschwitz-Birkenau \u00fcberlebt hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.psychosozial-verlag.de\/catalog\/autoren.php?author_id=5718\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/geschichte.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-882\"\/><\/a><figcaption><a href=\"https:\/\/www.psychosozial-verlag.de\/catalog\/autoren.php?author_id=5718\">psychosozial Verlag, Gie\u00dfen<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sie&nbsp; betont: \u201eDie Kinder haben ein Recht auf einen neuen Anfang\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie rechnet mit niemandem ab, sie verurteilt niemanden, aber sie entl\u00e4sst auch niemanden aus der Verantwortung f\u00fcr die Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn will man&nbsp;<strong>Hass, Krieg und Verfolgung<\/strong>&nbsp;oder auch&nbsp;<strong>Klimas\u00fcnden<\/strong>&nbsp;verhindern, muss man die eigene Geschichte verstehen, \u2026 um sie nicht wiederholen zu m\u00fcssen. Denn&nbsp;<strong>alles was uns nicht bewusst ist<\/strong>, hatte&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Freud\">Sigmund Freud<\/a><\/em>&nbsp;(1856-1939) schon erkannt,&nbsp;<strong>m\u00fcssen wir in Szene setzten und&nbsp;<\/strong>schmerzhaft<strong>&nbsp;erleben<\/strong>, um es zu begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erst Bewusstsein \u2013 also Wissen \u2013 er\u00f6ffnet Wahlm\u00f6glichkeiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Daher gilt es heute, zeitgeschichtliche Ph\u00e4nomene in den Blick zu nehmen, die uns aktuell leider wieder bzw. immer noch umgeben:<br><strong>Zum einen<\/strong>&nbsp;sind die Auswirkungen der Weltkriege l\u00e4ngst nicht vorbei \u2013 sowohl in den Motiven und Handlungen von Regierungen, wie auch in unseren pers\u00f6nlichen Leben.<br>Denn die Traumata von Gewalt, Hunger, Not und Vernichtung wirken auch in den nachfolgenden Generationen weiter.<br>Sie werden \u00fcber Familiengeheimnisse, \u00fcber verdr\u00e4ngte Schuld- und Schamgef\u00fchle, durch die Einstellungen und das Verhalten der Eltern, wie auch epigenetisch \u2013 also durch Ein- oder Ausschalten bestimmter Gene \u2013 an Kinder und Enkel weitergegeben und wirken dort unbewusst nach.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/geschichte.biebertaler-bilderbogen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-12.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-884\"\/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.meine-zeitschrift.de\/der-spiegel-1-2018-441383.html\">Der Spiegel<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Zeitschrift \u201eDer Spiegel\u201c hat das in seiner Ausgabe vom Dez. 2018 mit dem Artikel \u201eFamilien und ihre Geheimnisse \u2013 Wie unsere Vorfahren unser Leben pr\u00e4gen\u201c kurz uns pr\u00e4gnant herausgearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer eine Kopie des Artikels m\u00f6chte, kann sich gerne an mich wenden<\/em>&nbsp;<em>oder \u00fcber den Link links direkt beim Verlag bestellen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum anderen<\/strong>&nbsp;sind solch gravierende \u00e4u\u00dfere Ereignisse immer auch Spiegelungen von (abgewehrten, also unbewusst gemachten)&nbsp;<strong>Erinnerungen an Situationen der eigenen fr\u00fchen Lebensgeschichte<\/strong>.<br>1977 beschrieb&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klaus_Theweleit\">Klaus Theweleit<\/a><\/em>&nbsp;in seinem Buch \u201eM\u00e4nnerfantasien\u201c, dass es f\u00fcr die in Freikorps organisierten Vorbereiter des Nationalsozialismus strukturell darum ging, sich selbst \u201eheil\u201c zu machen \u2013 durch Gewalt gegen andere \u2026<br>was in der kindlichen Phantasie m\u00f6glich erscheint, jedoch nie in der Realit\u00e4t gelingen kann.<br><strong>Allein die Liebe und echter Kontakt mit gef\u00fchlter, passener Resonanz wirken heilsam.<\/strong><br>Auch 1919\/20 wurde gesagt, man m\u00fcssten das \u201eVaterland sch\u00fctzen\u201c, die \u201eNation retten\u201c, aber das waren nicht die wirklichen Handlungsmotivationen.<br>Man muss sich vorstellen, dass damals autorit\u00e4re Strukturen \u00fcblich waren und Kinder ganz selbstverst\u00e4ndlich gepr\u00fcgelt wurden, so dass sie immer Angst vor Einbr\u00fcchen von au\u00dfen haben mussten.<br>Vielen Menschen ist es daher nicht gelungen ein Gef\u00fchl von K\u00f6rperganzheit auszubilden und die Zersplitterung im Ich-Erleben zu \u00fcberwinden, klare Grenzen zu entwickeln.<br>\u00c4hnliche Ph\u00e4nomene sehen wir auch heute bei Suchtkranken.<br>Da war und ist ein Bed\u00fcrfnis nach Gewalt, der mit dem Wunsch zu tun hat, eine K\u00f6rperganzheit (Integration) herzustellen.<br>So kann man sich erkl\u00e4ren, dass manche Menschen sp\u00e4ter die Au\u00dfengrenzen ihres K\u00f6rpers auch mit Landesgrenzen gleich setzten.<br>Wir haben 2015 erlebt, wie Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me empfunden wurden, als w\u00fcrden sie in die K\u00f6rper solcher Leute einstr\u00f6men und nicht einfach nur ins Land.<br>Bereits 1933 beschrieb der Psychiater und Psychoanalytiker<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Reich\"><em>Wilhelm Reich<\/em>&nbsp;<\/a>in dem Buch<br>\u201eDie Massenpsychologie des Faschismus\u201c, wie Triebunterdr\u00fcckung und faschistische Ideologie zusammenh\u00e4ngen. Er zeigte auf, wie die patriarchalisch organisierte Familie mit ihren Zwangsstrukturen<br>\u2013 als Keimzelle des Staates \u2013 Charaktere schafft,die sich einer unterdr\u00fcckenden Ordnung, trotz Not und Erniedrigung, unterwerfen.&nbsp;<br>Auch&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erich_Fromm\">Erich Fromm<\/a><\/em>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Max_Horkheimer\"><em>Max Herkheimer<\/em>&nbsp;<\/a>entwickelten \u2013 ebenfalls in den 1930er Jahren \u2013 das Konzept des&nbsp;<strong>autorit\u00e4ren Charakters<\/strong>, den sie voller Vorurteile, Konformit\u00e4t, destruktiv, autorit\u00e4tsgl\u00e4ubig, gehorsam, rassistisch und ablehnend gegen\u00fcber dem Fremden und fremden Kulturen beschreiben.<br>1941 erkl\u00e4rt&nbsp;<em>Fromm<\/em>&nbsp;die Psychodynamik dieser Furcht und Flucht vor der Freiheit, als Angst vor einer pluralistischen, vielf\u00e4ltigen Welt. Der geistige Gleichmacherei vertr\u00e4gt keine Andersdenkenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Erkl\u00e4rungspfad<\/strong>&nbsp;f\u00fchrt hier direkt in die Zeit nach der Geburt.<br>Da erlebt sich das Kind noch nicht von der Mutter getrennt und auch die Zuordnung von positiven, lustvollen und negativen, unlustvollen, schmerzhaften Aspekten des eigenen Selbst oder der umgebenden Objekt ist noch nicht entwickelt.&nbsp;<br>In dieser Zeit sorgt der Abwehrmechanismus&nbsp;<strong>Spaltung&nbsp;<\/strong>\u2013 vor der wir derzeit allenthalben als gesellschaftliches Ph\u00e4nomen h\u00f6ren \u2013 in Belastungs- oder Konfliktsituationen daf\u00fcr, unertr\u00e4gliche Vorstellungen&nbsp;auseinander zu halten, \u2026 &nbsp;mit dem Ergebnis, dass das eigene Selbst bzw. die Anderen ausschlie\u00dflich als entweder \u201e<strong>nur gut<\/strong>\u201c oder \u201e<strong>nur b\u00f6se<\/strong>\u201c wahrgenommen werden k\u00f6nnen.<br>Die Spaltung sch\u00fctzt die \u201eguten\u201c Anteile (z.B. \u201edie Deutschen\u201c, \u201ePolen\u201c, \u201eT\u00fcrken\u201c, die wei\u00dfen US-Amerkianer) vor den eigenen Aggressionen, die in der kindlichen Phantasie Vernichtung bedeuten.<br>Auf diese Weise werden die zerst\u00f6rerischen Impulse nun im eigenen Erleben nicht mehr bei sich, sondern so wahrgenommen, als ob sie von den anderen kommen.<br>So verwandelt l\u00e4sst sich der Impuls im n\u00e4chsten Moment, sozusagen in Selbstbverteidigung \u201eberechtigt\u201c und f\u00fcr das eigene Selbstbild gefahrlos, exzessiv gegen den \u201eb\u00f6sen\u201c Anderen (\u201eden Ausl\u00e4ndern, die mit der anderen Meinung oder gegen die, die eigene sexuelle Identit\u00e4t bedrohenden\u201c) ausleben \u2026<br>oder ihn, als \u201edem B\u00f6sen\u201c, zumindest projektiv zuzuschreiben; so wie ein Filmprojektor ein Bild auf eine Leinwand wirft und man den Eindruck gewinnt, der Film spiele sich auf der Projektionsfl\u00e4che ab, statt im Projektor.<br>So sch\u00fctzt&nbsp;<strong>Spaltungsabwehr<\/strong>&nbsp;akut vor \u00fcberw\u00e4ltigenden negativen Vorstellungen von sich Selbst, vor Selbstzweifeln und Selbsthass bis hin zu selbstverletzendem Verhalten \u2026<br>das dann irgendwann doch z.B. auf&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_Hitler\"><em>Adolfs<\/em>&nbsp;<\/a>Frage \u201ewollt Ihr den totalen Krieg\u201c ein jubelndes \u201eJa\u201c hervorbringt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Reflektion des eigenen Tuns ist in diesem regressiven<\/strong>&nbsp;(r\u00fcckgewandten, wir in fr\u00fcheren Zeiten und auf andere Personen reagierend)&nbsp;<strong>inneren Zustand<\/strong>, auf diesem Entwicklungsniveau,&nbsp;<strong>nicht m\u00f6glich.<\/strong><br>Hinzu kommt, dass diese kindliche Erlebensweise und die sich daraus ableitenden Verhaltensmuster dem Erwachsenen nicht mehr bewusst sind. Sie sind der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Infantile_Amnesie\">kindlichen Amnesie<\/a>&nbsp;anheim gefallen. So kann fast alles, was in unserer vorsprachlichen Zeit war, nicht erinnert werden, zugleich ist alles noch immer in k\u00f6rperlichen Reaktionsmustern sehr pr\u00e4sent. Es ist da, wirkt und das um so wirkungsvoller, weil wir es nicht wissen, nicht korrigieren k\u00f6nnen. Denn diese Muster funktionieren unbewusst und automatisch.<br>z.B. wenn der AfD-Vorsitzende&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_Gauland\"><em>Gauland<\/em>&nbsp;&nbsp;<\/a>den Nationalsozialismus als historischen \u201eVogelschiss\u201c verharmlost&nbsp;oder der th\u00fcringische AfD-Vorsitzende&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke\"><em>H\u00f6cke<\/em>&nbsp;<\/a>das Holocaust-Mahnmal in Berlin als \u201eDenkmal der Schande\u201c bezeichnet und eine \u201eErinnerungspolitische Wende um 180 Grad fordert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jegliche Form von Gewalt, Vernachl\u00e4ssigung oder Lieblosigkeit, die Menschen in ihrer Kindergeschichte erfahren, wirken nach.<\/strong><br>Eindr\u00fccklich wird das klar, liest man die Biographien von&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_Hitler\">Adolf Hitler,<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josef_Stalin\">Josef Stalin<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mao_Zedong\">Mao Zedong<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deng_Xiaoping\">Deng Xiaoping<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donald_Trump\">Donald Trump,<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin\">Wladimir Putin<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan\">Recep Tayyip Erdo\u011fan<\/a>&nbsp;usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage ist&nbsp;<strong>Mobbing<\/strong>&nbsp;der private Kleinkrieg in Schulen, am Arbeitsplatz oder im Internet.<br>Dabei wirkt&nbsp;<strong>ein System aus<\/strong>&nbsp;T\u00e4ter, Opfer, Mitl\u00e4ufern, Zuschauern und Wegschaueren zusammen, wo wie es aus gro\u00dfen Kriegen bekannt ist.<br>Auch da ist die Erinnerung an die eigenen Verletzungen meist verdr\u00e4ngt und der unbewusste Selbst-Hass wird aggressiv auf andere gerichtet; dies auch um andere (mit)f\u00fchlen zu lassen, wie es dem T\u00e4ter und den Mitl\u00e4ufern innerlich geht, w\u00e4hrend die Zuschauer und Wegschauer erneut an Pastor&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Niem%C3%B6ller\">Martin Niem\u00f6ller<\/a><\/em>&nbsp;zu erinnern sind: der sagte 1946:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;<br>ich war ja kein Kommunist.<br>Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;<br>ich war ja kein Sozialdemokrat.<br>Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,<br>ich war ja kein Gewerkschafter.<br>Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern ist der Volkstrauertag nicht nur Innehalten, um \u00fcber die Schrecken des Krieges fr\u00fcher oder \u00fcberall auf der Welt nachzudenken, sondern ein lebendiger Appell und&nbsp;<strong>ein Tag f\u00fcr die Lebenden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne, gehen Sie gut mit sich und mit anderen um, \u2026<br>damit wir nie wieder Krieg erleben m\u00fcssen;<br>nicht in unseren Kinderzimmern, nicht in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank<br>Dr. Alfons Lindemann<br>stellv. Ortsvorsteher<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar<\/p>\n\n\n\n<p>Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit und auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi\u00f6sen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden. Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religi\u00f6sen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mir sicher, dass diese Worte vielen von euch bekannt vorkommen. Es sind die ersten Worte unseres Grundgesetzes. Es ist ihnen eigentlich nichts hinzuzuf\u00fcgen. Und trotzdem sto\u00dfen wir im Alltag an unsere Grenzen, dieses Gesetz mit Leben zu f\u00fcllen. Aber was hat das Grundgesetz und die W\u00fcrde des Menschen mit dem Volkstrauertag zu tun? Oder anders gefragt, was hat im Panzer zu sitzen, im Kampfuboot zu hocken, oder im Sch\u00fctzengraben zu liegen mit der W\u00fcrde des Menschen zu tun. 74 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges k\u00e4mpfen deutsche Soldaten noch immer im Ausland. K\u00f6nnen sie sich darauf verlassen, dass sie das Recht auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit besitzen? M\u00fcssen wir uns nicht Gedanken machen, ob es andere Formen gibt, f\u00fcr Friede und Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen, sowie es uns die M\u00fctter und V\u00e4ter des Grundgesetztes aufgegeben haben? K\u00f6nnen wir in der Welt Frieden schaffen, wenn wir Panzer und Granaten verkaufen? Sicherlich tr\u00e4gt dies auch einen Teil dazu bei, dass sich weltweit immer mehr Menschen auf der Flucht befinden. K\u00f6nnen diese Menschen sich sicher sein, dass sie nicht wegen ihrer Abstammung, ihrer Sprache oder Heimat und Herkunft benachteiligt werden, wenn sie vor Krieg in der Welt fliehen und nach Deutschland kommen? Sollten wir uns nicht lieber daf\u00fcr einsetzen, dass wirklich alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich gibt es immer mehr rechte Parteien in unseren Parlamenten, die die Worte unseres Grundgesetzes nicht akzeptieren. Eine Demokratie muss das aushalten, aber nicht hinnehmen. Die Aufgabe einen jeden einzelnen ist es, sich f\u00fcr W\u00fcrde, Friede, Freiheit und Demokratie einzusetzen, wo immer sie angegriffen wird. Es hei\u00dft zwar, alles Gute kommt von oben, aber alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Was in der Verfassung steht, ist eine Sache. Eine andere Sache ist die Frage, ob und wie die in ihr formulierten Werte auch verwirklicht werden. Darauf kommt es doch an. Unser Staat ist angewiesen darauf, dass die Idee der Menschenw\u00fcrde, die Grundwerte Freiheit, Gleichheit und Toleranz gelebt werden. Demokratie braucht B\u00fcrger, die sich einmischen, die Verantwortung \u00fcbernehmen, die Engagement zeigen. Das Grundgesetz gibt uns die Freiheit, uns f\u00fcr die humane Gesellschaft einzusetzen. Nutzen wir diese Freiheit, jeden Tag aufs Neue.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die W\u00fcrde des Menschen ist unverhandelbar, nein, sie ist unantastbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Fellingshausen, 16.11.2019, Steffen Balser<br>Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Fellingshausen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich begr\u00fc\u00dfe Sie zu unserer Gedenkfeier. Unser Ortsvorsteher&nbsp;Dieter Synowszik&nbsp;l\u00e4sst Ihnen Gr\u00fc\u00dfe auszurichten. Wieder hat er mich als sein Stellvertreter gebeten, die&nbsp;Rede zum Volkstrauertag&nbsp;zu halten und der&nbsp;Kriegsopfer zweier Weltkriege&nbsp;zu gedenken. 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